„Das macht dann 18500 Liter Wasser – zahlen Sie Cash oder mit Karte?“

Jan-Hendrik: „Ich hätte gern eine Tasse Kaffee, ohne Milch!“

Bedienung: „Sehr gerne! Das macht dann 148 Liter Wasser.“

Alina: „Haben Sie dieses T-Shirt in Größe S auf Lager?“

Verkäuferin: „Ja, haben wir. Kostet knapp 6500 Liter Wasser.“

Malte: „Gibt es das Auto auch in mintgrün und mit Alu-Felgen?!“

Autohaus-Besitzer: „Natürlich. Alles machbar. Kostet ohne Zinsen 128863 Liter Wasser. “

Virtuelles Wasser – „Klingelton-gerecht“ erklärt in 270 Sekunden.

Der Durchschnitts-Deutsche von nebenan verbraucht knapp 5400 Liter Wasser am Tag. Zack, Bumm, Bäm – Einfach mal so dahingestellt bzw. -geschrieben.

„5400 Liter?! Wer ist denn ein so schlechter Mensch und tritt unseren Planeten derart mit Füßen?“, fragt man sich da mit gesundem Menschenverstand, während man wie von der Tarantel gestochen Buchstaben in Googles Suchmaske hämmert. Das kann doch nicht sein!, „Wer macht denn sowas?! – Wer ist denn so verschwenderisch?!“, hämmert es im Kopf des Durchschnitts-Bürgers wider, geprägt durch ein erworbenes Grundverständnis über unsere Umwelt, über unsere Ressourcen.

Es gibt Wasser, das wir sehen und anfassen können. Beim Kochen. Beim Duschen. Beim Zähneputzen. Beim Waschen.

Der offen sichtbare Wasserverbrauch liegt wohl bei knapp 124 Litern pro Tag – allerdings gibt es eine Reihe divergierender Untersuchungen und Zahlen. Den größten Anteil dessen, was wir tagein tagaus verbrauchen, macht allerdings das sogenannte virtuelle Wasser aus.

Dies beschreibt jene Menge Wasser, die zur Herstellung bzw. Verarbeitung von Produkten verwendet wird. Dadurch steckt Wasser fast überall drin. Im Mittelklasse-Wagen den man sich trotz fehlender gesetzlicher Mindestlohn-Regelungen leisten kann – und auch im Fernseher steckt nicht nur das Bildungsprogramm von RTL2, nein, meine Damen und Herren, auch knapp 14000 Liter virtuelles Wasser.

Es geht jetzt nicht darum, an dieser Stelle 132797 Produkte aufzuführen und Ihnen damit ein schlechtes Gewissen zu machen. Wir können es nicht verhindern: Wasser wird nun einmal zur Produktion benötigt, ähnlich wie ÖL oder Metalle.

Folgendes ist aber wichtig, um im neuen Trend des „Nachhaltig vs. Bio. vs . Fair-Trade vs. Ich-rette-die Welt vs. Du-bist-Deutschland“–Hype mitmachen zu können:

– Lokale Waren enthalten meist weniger „virtuelles Wasser“ als Produkte, die 9000 Kilometer geflogen sind. Ein Beispiel: Erdbeeren sollte man dann essen, wenn sie Saison haben – und nicht zu Weihnachten, wenn Sie unter Einsatz von viel Wasser in spanischen Gewächshäusern erzeugt und dann importiert werden

– Geprägt hat den Begriff des virtuellen Wassers der Engländer Tony Allen

– Es gibt die unterschiedlichsten Zahlen zum Thema virtuelles Wasser! Manchmal stecken in einer Tasse Kaffee 140 Liter Wasser, manchmal laut Statistik 178 Liter Wasser. Schauen Sie sich die entsprechenden Quellen an und prüfen Sie, wie dieser Wert berechnet worden ist

Das war es auch schon für heute. Wir wollten Sie nicht schocken,  wir wollten nur Ihre Gedanken anregen – was Sie daraus machen, bleibt Ihnen überlassen. In der Fachsprache nennt man das Sensibilisierung.

Alle, die jetzt von der Thematik gefesselt sind, finden hier weitere Informationen:

http://virtuelles-wasser.de

http://vivaconagua.org/index.htm?post?1366

http://www.planet-wissen.de/natur_technik/wasser/wasserversorgung/virtuelles_wasser.jsp

Oder googeln Sie einfach mal.

 

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Ein Kommentar zu “„Das macht dann 18500 Liter Wasser – zahlen Sie Cash oder mit Karte?“

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