Das große Geschäft mit dem Flaschenwasser – Nestle’s Pure Life

Aktualisiert am 03.07.2013

Jeder kennt es: Das gute, alte Mineralwasser aus der Glas-, PET- oder Hartplastikflasche, welches in allen Größen, Farben und Formen erhältlich ist. Manchmal für 30 Cent im Supermarkt, manchmal für 4 Euro im gentrifizierten Cafe um die Ecke.

In Deutschland ist das Wasser aus der Flasche sehr beliebt, obwohl die Qualität des Leitungswassers anerkannt hoch ist. Ist ja auch konsequent logisch: warum etwas Gutes & Günstiges trinken, wenn es ein Produkt gibt, für das man bis zu 186mal mehr bezahlen darf.

In Ländern des globalen Südens ist Flaschenwasser oft die einzige Möglichkeit, um überhaupt sauberes Wasser zu erhalten. Ein Markt, den internationale Konzerne wie Nestle oder Coca-Cola für sich entdeckt haben und wo sie große Gewinne erwirtschaften. Die Flaschen werden in Ländern wie Brasilien oder Pakistan mit lokalem Wasser befüllt und dann mit beachtlichem Werbeaufwand vermarktet: Für die Menschen gibt es „Pure Life“ dann zu kaufen. Für ne Stange Geld. 

„Ich war frappiert… alles, was man tun musste war, Wasser aus der Tiefe zu holen und es dann zu einem Preis zu verkaufen, der höher war als der von Milch, Wein und selbst Öl.“ – So wird ein leitender Manager der Prestige-Firma Perrier zitiert, die zum Nestlé- Konzern gehört. Jedes Jahr werden mehr als 90 Milliarden Liter Wasser in Flaschen gefüllt und zu hohen Preisen verkauft. Ein erheblicher Teil dieses Wassers kommt direkt aus der Wasserleitung in die Flasche und verwandelt sich auf wundersame Weise in ein Markenprodukt. (Quelle: menschenrecht-wasser.de)

Die großen Vier des Flaschenwassermarktes:

Um die Marktmacht zu stärken, werden gezielt einheimische Konkurrenten aufgekauft. Der Marktführer Nestlé und der französische Konkurrenzkonzern Danone haben vor allem in Asien große Summen für den Kauf von lokalen Flaschenwasseranbietern in bevölkerungsreichen und wirtschaftlich aufstrebenden Ländern wie Indonesien und China investiert. Die vier großen Anbieter Nestlé, Danone, Coca-Cola und Pepsi teilen ein Drittel des globalen Flaschenwassermarktes unter sich auf, der Rest ist auf Hunderte, oft sehr kleine, Firmen verteilt, von denen viele der Konkurrenz der großen Vier nicht standhalten werden.

Eine wunderbare Dokumentation mit dem Titel „Nestles Geschäft mit dem blauen Gold“ vom NDR gibt es unter folgendem Link:  http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/hintergrund/wasser231_page-2.html

Weitere Literatur:

http://www.menschenrecht-wasser.de/druckversionen/40_216_DEU_Druckversion.php

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3 Kommentare zu “Das große Geschäft mit dem Flaschenwasser – Nestle’s Pure Life

  1. Vielen Dank für deinen fundierten Kommentar zu diesem Artikel!

    Dieser Blog befasst sich expliziert mit dem globalen Thema „Wasser“, ganz bewusst sehr einfach geschrieben und formuliert, da wir der Überzeugung sind, dass es durch eine simple Darstellung in die Öffentlichkeit gerückt werden muss. Ein Denkanstoss, nicht mehr und nicht weniger. Barrierefrei einen Einstieg schaffen ohne gleich von Zahlen & Daten erschlagen zu werden.

    Dementsprechend erörtern wir nur immer einen Gesichtspunkt einer Thematik, so wie in diesem Artikel „Das Geschäft mit dem Flaschenwasser“ und sparen uns weiterführende Aspekte, wie z.B. hier richtig von dir angeführt, den Umweltaspekt. Das wir uns der Problematiken bewusste sind, zweigen die jeweiligen anderen hier veröffentlichen Texte.

    Wir danken Dir, das durch dein Kommentar den Lesern sehr einfach die Möglichkeit gegeben wird, sich weiter fundiert mit der Thematik zu beschäftigen. Du deine Fragen im Kommentar, sollte sich jeder zum Nachdenken berufen fühlen.

    „ben83ian befasst sich mit der Einfachheit der Thematik „Wasser“ und will dadurch Wahrheiten ungeschminkt aufdecken, zum nachdenken anregen. Nichts ist ungeschminkter als das simple niedergeschriebene Wort. Wer jemanden zur Anklagebank führen will, sollte seinen eigenen richter besser niemals begegnen…doch wir wollen darüber schreiben.“

  2. Ich halte es eben für nicht optimal, so vereinfachend vorzugehen.

    Das Problem ist doch nicht, dass die Konzerne Flaschenwasser in Entwicklungsländern verhökern. (Würden es die Konzerne nicht machen, würden m.E. übrigens auch einfach andere den Markt übernehmen. Wenn kein Konzern mehr sauberes Wasser verkaufen würde, bräuchten die Menschen ja immer noch welches)
    Das Problem ist auch nicht, dass Konzerne das Wasser preisgünstig im sehr wasserreichen Kanada abzapfen – solang es dort keine Schäden an der Umwelt verursacht. Sie nutzen dort Luft gratis – darüber beschwert sich auch keiner.

    Das riecht für mich eher nach Empörung und falschen Fährten.

    Sondern dass man das Flaschenwasser trinken muss, weil es keine Alternativen gibt. Sondern, weil es dann auch noch durch die halbe Welt gekarrt wird und womöglich vor Ort kein effektives Recycling- /Rückgabesystem vorhanden ist.

    Das Ziel muss sein, vor Ort Strukturen zu schaffen, die kurz- bis mittelfristig Flaschenwasser zur alleinigen Trinkwasserversorgung überflüssig machen. Oder es im Zweifelsfall bezahlbar halten, wenn das vorerst die einzig umsetzbare Alternative ist.

  3. Auf diesem Blog schreiben bzw. veröffentlich hauptsächlich Schüler_innen die sich am Anfang jedes Textes als erstes Fragen: „Wie formuliere ich etwas, so das es meine Zielgruppe interessiert?!“ In dem Fall, um erst einmal eine grundsätzliches Interesse zu zwecken, ist es erst einmal erforderlich Texte zu verfassen, die nicht mit Fakten überladen sind oder zu sehr in die Tiefe gehen. Dadurch schreckt man ja erst einmal die jüngere Zielgruppe ab.

    Uns war/ ist es wichtig eine Plattform für ein erstes Grundwissen zum Thema Wasser zu schaffen, denn wissenschaftliche Plattformen zu diesem Thema gibt es bereits genug. Doch durch diese wissenschaftliche Plattenformen bewegt man sich auch immer in einem bestimmten Kreis und wird nicht massentauglich.

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