Pro und Contra: right2water, nestle, wdr, facebook, die zeit…eine Zusammenfassung.

2.0web2.0

Letzter Beitrag der ARD zu der Thematik: „Wasserprivatisierung Marsch! Wie EU und Bundesregierung Politik für Großkonzerne betreiben“ in der ARD, Monitor. 

http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2013/0314/wasser.php5

Pro/Contra – Chancen & Kritik

Eines erst einmal vorne weg: Es geht bei rigtht2water.eu (Bürgerinitiative/ Kampagne) darum, bis Ende September mindestens  1.000.000 Stimmen aus mindestens 7 EU-Mitgliedsstaaten zu sammeln, um so das Vorhaben der Privatisierung von Wasser zu stoppen bzw. dessen Neuverhandlung zu erzwingen. 

Momentan gibt es, verstärkt auf verschiedenen Social-Media-Plattform wie z.B. facebook.com, einen großen Zuspruch für die Kampagne www.right2water.eu/de. Einen solchen „Hype“ ums Thema Wasser hat es so massentauglich im berühmten Web2.0 wohl noch nicht gegeben. Im Kern dieser Kampagne geht es darum, dass die Europäische Union gern das „Wasser privatisieren möchte“ – und die Kampagne „right2water.eu/de“  hat sich zum Ziel gesetzt, eben genau dies zu verhindern.

Wichtig zu erwähnen ist wohl, dass es hier darum geht, dafür zu werben, die Petition von right2water.eu zu unterzeichnen. Die EU wird die Thematik schließlich nicht auf Ihre Agenda setzen, nur weil ganz viele Personen an einem Facebook-Event teilnehmen – so viel Macht hat Facebook dann doch noch nicht. Hier also der Link zur Unterschrift: https://signature.right2water.eu/oct-web-public/signup.do

Worum geht es bei right2water eigentlich?

Zugang zu Wasser und sanitäre Grundversorgung sind Menschenrechte – Wasser ist ein öffentliches Gut, keine Handelsware (Handelsware = Wasserprivatisierung).

„Alle Menschen brauchen sauberes Trinkwasser und eine qualitativ hochwertige sanitäre Grundversorgung. Wir fordern die Europäische Union auf, diese Menschenrechte durch die Förderung einer Wasser- und Abwasserwirtschaft als existenzsichernde öffentliche Dienstleistung für alle sicherzustellen und in die Tat umzusetzen.“

Dieser Film erklärt das  „…und worum geht’s?!“ ziemlich gut:

http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2012/1213/wasser.php5

Der erste „Gegenwind“ für die Kampagne right2water.eu:

Ein Artikel vom 21.02. aus der Zeit von Claas Tatje zur Petition von right2water.eu ist mehr als nur lesenswert und setzt sich kritisch mit der Kampagne auseinander. „Brüssel will unsere Stadtwerke privatisieren? So skrupellos ist die EU-Kommission dann doch nicht. Die Geschichte einer Kampagne„:

http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-02/wasser-stadtwerke-privatisierung-eu-kommission

Wer sich schon einmal gefragt hat, wie die Firma Nestle…

… zum Thema „Wasser-Privatisierung“ steht und ob Wasser ein öffentliches Gut sein sollte, der kann sich beim folgenden Link mal genauer informieren, was Nestle-Konzernchef Peter Brabeck davon hält:

http://www.youtube.com/watch?v=q6v4aPDp0SA&feature=player_embedded

Ein Bericht zu dem Thema „EU / Wasserprivatisierung“ der ARD:

Wer sich weiter mit diesem Thema beschäftigen möchte…

…der/die/das kann sich ganz bequem mit diesen Links befassen. Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille, aber eine öffentliche Diskussion über diese Thematik kann & sollte ja nicht schaden, sie tut auch nicht weh:

http://www.iwmi.cgiar.org

Das International Water Management Institute ist ein Forschungszentrum zu Integriertem Wassermanagement, mit dem Schwerpunkt Wasser und Ernährung für Schwellen- und Entwicklungsländer.

http://www.psiru.org

Die Public Services International Resarch Unit (PSIRU): Forschung für die Internationale Dienstleistungsgewerkschaft, viele Infos über die Folgen von Liberalisierungen.

http://www.lboro.ac.uk/wedc

Das Water, Engineering and Development Centre (WEDC) befasst sich mit Bildung, Ausbildung, Forschung und Konsultationen im Infrastruktursektor in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen.

http://www.waterobservatory.org

Das Water Observatory ist ein Forschungszentrum mit vielen Informationen und Links vor allem zu den Folgen der Wasserprivatisierung in der NAFTA.

http://www.cedex.es/ingles/hidrograficos/presentacion.html

Eine neue Datenbank für Nord- und Südamerika (33 Länder); ein Hydrographisches Forschungsinstitut mit Informationen zur Wasserqualität und Wasserressourcen.

http://water.wri.org

Das World Resource Institute hat einige Veröffentlichungen zum Thema Wasser mit klarem umweltpolitischem Bezug.

Und zum Abschluss des Artikels noch ein “sinnfreies” Bildchen um das Ganze hier graphisch ein bisschen aufzupeppen:

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Was ist eigentlich „water grabbing“?

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Der Begriff des „water grabbing“ ist noch nicht ganz so populär und tief verankert in der Gesellschaft, wie die Schlagwörter „Wasserprivatisierung“ oder auch „virtuelles Wasser“, doch auch das sogenannte „water grabbing“ rückt immer mehr in den Fokus, wenn es um das Wasser geht.

Eine kurze Definition/ Beschreibung zum Thema „water grabbing“:

Knapp 70% des verfügbaren Süßwassers auf der Erde werden für die Produktion von Nahrungsmitteln und Agrotreibstoffen verbraucht. Die zunehmende globale Verknappung von Süßwasser macht es zu einem lukrativen Anlage- und Investitionsgut  für Firmen. Private Investoren und Staaten wie z. B. China oder aus den Golfstaaten sichern sich Millionen von Hektar Ackerland in Ländern des Südens. 

Was ist eigentlich „water grabbing“ und was hat das mit „land grabbing“ zu tun?

Seit einigen Jahren sind Regierungen, Firmen und Investmentfonds auf der Suche nach Agrarland in verschiedenen Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Das Land wird gekauft oder über lange Zeit gepachtet. Dieser Hunger nach Land wird als „land grabbing“ bezeichnet. Dieses Enteignen von Land bzw. verkaufen von Land an Dritte (Firmen) geht fast immer auf Kosten von Bauernfamilien, die das Land verlieren, dass ihnen bisher zur Verfügung stand. Folgen dieser Entwicklung sind unter anderem mehr Armut, Hunger und Stadtflucht.

„Water grabbing“ kann man am besten plakativ mit „Wasser abgraben“ übersetzen, nimmt Bezug auf die mit den Landverträgen verbundenen Verfügungsrechte über Grundwasser oder Wasser aus Flüssen & Seen. Diese Verfügungsrechte sind oft schon im nationalen Recht mit dem Land verbunden oder sie werden in den Investitionsverträgen explizit geregelt.

In Wirklichkeit ist das, was als „land grabbing“ beschrieben wird, „water grabbing“. Denn Wasser ist der wichtigste Faktor hinter den Hunderten von Landverträgen über Millionen von Hektar, die in den letzten Jahren auf dem Kontinent Afrika und in anderen Ländern des globalen Südens abgeschlossen wurden.

Durch den Verkauf von Landflächen an Investoren gehen alle Ressourcen und Nutzungsrechte, darunter auch die des Grundwassers, in den Besitz an eben diese Investoren.

Weiterführende Links zu dieser Thematik:

http://www.alliancesud.ch/de/dokumentation/e-dossiers/land-grabbing/water-grabbing

http://www.fastenopfer.ch/data/media/medien/einblick/einblick1_11_watergrab.pdf

Wer „water Grabbing“ bei google eintippt, wird relativ schnell feststellen, dass es noch nicht viele Texte bzw. Essays zu der Thematik gibt. Dieses Thema wird aber ziemlich sicher ein zentraler Bestandteil des globalen Themas „Wasser“ u. „Entwicklungszusammenarbeit“ in der näheren Zukunft werden.