Was ist eigentlich „water grabbing“?

IMG_2033

Der Begriff des „water grabbing“ ist noch nicht ganz so populär und tief verankert in der Gesellschaft, wie die Schlagwörter „Wasserprivatisierung“ oder auch „virtuelles Wasser“, doch auch das sogenannte „water grabbing“ rückt immer mehr in den Fokus, wenn es um das Wasser geht.

Eine kurze Definition/ Beschreibung zum Thema „water grabbing“:

Knapp 70% des verfügbaren Süßwassers auf der Erde werden für die Produktion von Nahrungsmitteln und Agrotreibstoffen verbraucht. Die zunehmende globale Verknappung von Süßwasser macht es zu einem lukrativen Anlage- und Investitionsgut  für Firmen. Private Investoren und Staaten wie z. B. China oder aus den Golfstaaten sichern sich Millionen von Hektar Ackerland in Ländern des Südens. 

Was ist eigentlich „water grabbing“ und was hat das mit „land grabbing“ zu tun?

Seit einigen Jahren sind Regierungen, Firmen und Investmentfonds auf der Suche nach Agrarland in verschiedenen Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Das Land wird gekauft oder über lange Zeit gepachtet. Dieser Hunger nach Land wird als „land grabbing“ bezeichnet. Dieses Enteignen von Land bzw. verkaufen von Land an Dritte (Firmen) geht fast immer auf Kosten von Bauernfamilien, die das Land verlieren, dass ihnen bisher zur Verfügung stand. Folgen dieser Entwicklung sind unter anderem mehr Armut, Hunger und Stadtflucht.

„Water grabbing“ kann man am besten plakativ mit „Wasser abgraben“ übersetzen, nimmt Bezug auf die mit den Landverträgen verbundenen Verfügungsrechte über Grundwasser oder Wasser aus Flüssen & Seen. Diese Verfügungsrechte sind oft schon im nationalen Recht mit dem Land verbunden oder sie werden in den Investitionsverträgen explizit geregelt.

In Wirklichkeit ist das, was als „land grabbing“ beschrieben wird, „water grabbing“. Denn Wasser ist der wichtigste Faktor hinter den Hunderten von Landverträgen über Millionen von Hektar, die in den letzten Jahren auf dem Kontinent Afrika und in anderen Ländern des globalen Südens abgeschlossen wurden.

Durch den Verkauf von Landflächen an Investoren gehen alle Ressourcen und Nutzungsrechte, darunter auch die des Grundwassers, in den Besitz an eben diese Investoren.

Weiterführende Links zu dieser Thematik:

http://www.alliancesud.ch/de/dokumentation/e-dossiers/land-grabbing/water-grabbing

http://www.fastenopfer.ch/data/media/medien/einblick/einblick1_11_watergrab.pdf

Wer „water Grabbing“ bei google eintippt, wird relativ schnell feststellen, dass es noch nicht viele Texte bzw. Essays zu der Thematik gibt. Dieses Thema wird aber ziemlich sicher ein zentraler Bestandteil des globalen Themas „Wasser“ u. „Entwicklungszusammenarbeit“ in der näheren Zukunft werden.

Advertisements

5 Kommentare zu “Was ist eigentlich „water grabbing“?

    • Danke für deinen Kommentar und deinem Link! Zum „Land grabbing“ gibt es sehr viele wissenschaftlich fundierte Aufsätze, Essays etc., gar keine Frage. Allerdings gibt es relativ wenig wissenschaftliche Texte/Studien zum Thema „Water grabbing“, die die mittel- & langfristigen Auswirkung von „Water grabbing“ aufzeigen. Dieser Blog erhebt ja auch keinen wissenschaftlichen Anspruch, sondern
      versucht das Thema “Wasser” in all seinen Facetten zu spielen und massentauglich zu interpretieren. Es geht um die einfache Darstellung von verschiedenen Themen, ein kleiner Denkanstoss….nicht mehr und nicht weniger.

  1. dann lass doch bitte den verweis auf fehlende wissenschaftliche auseinandersetzung raus, vor allem wenn du sie mit googeln begründest.. genau dieses vorgehen diskreditiert nämlich mal wieder die wissenschaft in jeglicher form, weil der „masse“ suggeriert wird, die wissenschaft würde sich nicht mit dem thema auseinandersetzen.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.