Viva con Agua in Nepal

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Der gemeinnützige Verein Viva con Agua de Sankt Pauli e.V. (WASSER für ALLE, alle FÜR wasser) ist gerade auf Projektreise in Nepal und schaut sich dort vor Ort das aktuelle Trinkwasserprojekt der Welthungerhilfe an.

Wir berichteten darüber: genauere Info`s zu Viva con Agua & der Projektreise gibt es hier: https://ben83ian.wordpress.com/2013/09/17/ein-spendenlauf-in-nepal-fur-sauberes-trinkwasser/

Doch bevor die Reise ins WASH-Projekt richtig losgeht, hat der Reiseteilnehmer und ehrenamtliche Unterstützer von Viva con Agua, Fiete Stiebeling, einen ganzen wunderbaren Kurzbericht geschrieben. Taxi fahren in Nepal – sollte man anscheinend mal gemacht haben:

„Taxis sind in Nepal in der Regel Kleinstwagen (für den Autokenner unter der Leserschaft: Suzuki Swift ähnlich) mit reichlich mitgenommener Federung und ächzenden Achsen. Gern mit „Sport“-Aufdrucken auf der Frontscheibe bei gefühlter Beschleunigung von 40 Sekunden von 0 auf 100, was nicht heißt, dass der Fahrer es nicht trotzdem bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit Überholen versuchen würde. Ausgestattet mit bunten Sitzbezügen vorn und Kissen auf der Rückbank, Joints oder auch Federn und Farbe (die Panikfraktion meinte: Tierblut) auf dem Armaturenbrett und verlebte Türschlösser, die so vertrauenserweckend zuschnappen wie eine angelehnte Gartenpforte. Dazu natürlich „Nepaligana“ aus dem Radio in ohrenbetäubender Lautstärke.

Nur in diesem Kontext kann man würdigen, wie der Fahrer konzentriert übers Lenkrad gebeugt Schlaglöchern, Motorradfahrern, Fußgängern und Kühen ausweicht und dabei virtuos die Hupe bedient, deren Klang von Fahrzeug zu Fahrzeug variiert und auch mal knattert-hämmert wie eine Schreibmaschine oder wie eine Ente quakt. Die Bedeutung der Hupe ist dabei ganz und gar nicht das westliche, eher reaktive „Geht’s noch/Spinnst Du?“ als viel mehr ein lebhaft und häufig eingesetztes „Nur dass Du es weißt, ich bin 10 Inches hinter-vor-neben Dir/Ich kann schneller/Ich komm jetzt/Nur dass Du es weißt, ich bin IMMER NOCH 10 Inches hinter-vor neben Dir“. Die Seelenruhe, mit der die Verkehrsteilnehmer dabei immer wieder dem sicheren Tod in die Augen sehen, ist beeindruckend. Grundsätzlich wird stets die ganze Straßenbreite genutzt, Gegenverkehr ist relativ, und Fußwege gibt es wie gesagt in der Regel auch nicht.

In Anbetracht der Tatsache, dass niemand mit westlicher Verkehrserziehung bei Verstand in Nepal selbst fahren würde, ist es auch nicht schlimm, wenn die Taxifahrer untereinander feixen, weil man trotz Runterhandelns des Festpreises von 600 auf 400 Rupien immer noch viel zu viel gezahlt hat bei einer ca. zwanzigenminütigen Fahrt (etwa drei Euro). Da kann man auch darüber hinwegsehen, dass das Auto kein Licht hat, wie sich bei der rasend schnell fallenden Dunkelheit gegen 18 Uhr herausstellt. Der Gegenverkehr hat ja oft auch keins.“

Aktuelle Fotos & kleine Video`s  direkt aus Nepal gibt es hier: https://twitter.com/VivaconAgua

Checken Sie das aus, meine Damen und Herren!

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