Nachgetreten – Plastik geht alle an!

Weihnachtszeit, Zeit der Weihnachtseinkäufe, des Tütenschleppens und des Hastens. In der Hast, pünktlich sind wir wieder gewarnt worden – auch hier – greifen wir weiter gern zur Plastiktüte: Es ist ja auch praktisch so ein Ding; immer griffbereit, billig – und selbst die Enkel haben noch etwas davon, nämlich dann, wenn die langsam zersetzten Plastikfetzen im Trinkwasser herumschwimmen und der Frischfisch nicht nur auf Gräten, sondern auch auf Plastiktütenreste geprüft werden muss.

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(Den Jutebeutel gibt`s hier: http://tinyurl.com/oew5ekn)

Plastik, eigentlich wissen wir das alle, zersetzt sich nur sehr langsam und ist daher denkbar schlecht geeignet für Wegwerfartikel – es ist dennoch praktisch unmöglich, es völlig zu vermeiden. Dass es weiterhin massiv genutzt wird, liegt an einem einfachen Problem: Es ist billig. Auch wenn sich die Erdölreserven langsam dem Ende zuneigen, weil es bisher unverzichtbar ist für Transport, Verpackung und Medizin, ist es noch immer viel zu billig. Und solange es billig ist, wird es genutzt.

Dass unser Wasser, unsere Umwelt, massiv darunter leiden, ist nebensächlich: Ökologie ist keine Kategorie kapitalistischer Logik; Jutebeutel sind ein Anfang, aber nur Strafsteuern für Plastik können das Problem tatsächlich lösen, bevor es zu spät ist.

Und wem von der Idee jetzt nicht bereits schlecht genug ist: Die Plastikflaschen, die so praktisch im Discounter um die Ecke gefüllt mit Leitungswasser („Tafelwasser“) herumstehen, verunreinigen nicht nur das Meer nach einer längeren Zersetzungszeit, so sie denn dort landen, sie geben bereits im Discounterregal eine Reihe von Hormonen und Giftstoffen, darunter Uran, an das darin befindliche Wasser ab – anders als Glasflaschen. Andererseits schneiden recycelte Papierverpackungen hier auch nicht viel besser ab: Sie sind ebenso oft durch Rückstände von Erdölprodukten verunreinigt und können sie an Nahrungsmittel abgeben.

In diesem Sinne: Guten Appetit!

Weiteres nützliches Wissen:

[►] Jede Minute gibt der Einzelhandel in Deutschland 10.000 Plastiktüten raus.

[►] 5 Millarden Tüten sind es pro Jahr: nur in Deutschland.

[►] 39 Mal könnte man die Erde damit umwickeln.

[►] Zirka 13.000 Plastikpartikel auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfläche – durch Strömungen werden diese weltweit verteilt.

[►] In der Nordsee wird der Plastikanteil am Meeresmüll auf 75Prozent geschätzt.

[►] Die Plastiktüten brauchen 500 Jahre um zu verrotten.

Warum benutzen wir eigentlich keinen Jutebeutel oder Rucksack oder oder oder beim Einkaufen?

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5 Kommentare zu “Nachgetreten – Plastik geht alle an!

  1. Guter Artikel und vor allem die Fakten finde ich super! Führen einem bildlich vor Augen was für eine Menge an Plastik tatsächlich immer in den Umlauf gelangt 😦

  2. Hall Ben83ian,
    danke für deinen Kommentar im SuperBioBlog! Dein Artikel passt wirklich sehr gut zu unserem Aufruf: Die Welt darf nicht im Plastik versinken! (http://www.superbioblog.de/superbiomarkt-ag/2013/die-welt-darf-nicht-in-plastikmuell-versinken/).
    Noch eine Anmerkung: Nicht alles Recyclingpapier gibt Reststoffe wie Öl ab. Die Gefahr besteht, da oft Zeitungspapier verwendet wird und da die Druckerfarbe Öl und ähnliches enthalten kann und dann später abgeben kann. Aber das sind viele „kanns“ – in den meisten Fällen ist es daher nicht so. Und es gibt auch Recyclingpapier und -Karton für Lebensmittel, bei dem das garantiert ausgeschlossen wird.
    Viele Grüße
    Tim vom SuperBioBlog

    PS: Kleiner, simpler Tipp: seitdem ich mir in die Fahrradtasche und ins Familienauto Stoffbeutel gelegt habe, vergesse ich diese auch nicht mehr und habe sie beim Einkaufen immer dabei.

  3. Pingback: “Hydrophil”, denn Plastik war gestern | Deutschland is(s)t vegan

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