HEUTE ist Valentinstag.

Der Valentinstag. Ein künstlich inszenierter Festtag der Blumen-Industrie im Namen der Liebe und ganz nebenbei „dicke Kasse“. Den Emotionen der Liebe müssen schließlich unbedingt Ausdruck verliehen werden, wenn man auf die Werbung in den Medien vertraut und sich davon beeinflussen lässt.

Neben Pralinen und „Liebes-Schwüren“ landen in 97,5% der Fälle auch Rosen auf dem Gabentisch der Angebeteten.  Da nun einmal im Februar die lieben Frischblumen in deutschen Gärten nicht so Recht wachsen wollen, werden jährlich 80 Millionen Rosen aus so genannten „Ländern des globalen Südens“ importiert. Kolumbien, Ecuador, Äthiopien und vor allem Kenia sind die Hauptproduzenten der Valentinstag-Rosen. Jede zweite Blume stammt hierbei aus Kenia und dort aus der Region um den Naivasha-See, einem bedrohten Ökotop etwa 70 Kilometer von der kenianischen Hauptstadt Nairobi entfernt.

Über 60 Farmen leben am Ufer des Naivasha-See davon, dass in Europa auch im Winter rote Rosen begehrt sind. Zwar kann dieser Handel auch als eine Form der Entwicklungshilfe verstanden werden, weil es Arbeitsplätze schafft, aber für die Bewässerung der Pflanzen benötigen die Farmen Wasser aus dem nahe gelegenen See und seinen Grundwasserquellen. Und dieses Wasser fehlt dann den dort lebenden Menschen und somit sind wir bei dem Thema „Virtuelles Wasser“.

Mit Hilfe des virtuellen Wassers können Verbraucher erkennen, welche Auswirkungen ihre Liebe zu Rosen haben kann: Je nach Bewässerungsmethode braucht eine Rosenpflanze in Kenia bis zu 2,5 Liter Wasser täglich für ihr Wachstum. Wenn die Rosen geerntet werden, um auf die Reise in die deutschen Haushalte zu gehen, stecken bereits bis zu 13 Liter Wasser in jedem ihreren Stielen. Dabei geht es um Wasser, das den Menschen in der Region für die tägliche Nahrung und dringend benötigte Hygiene fehlt. Während einige Rosenfarmen in Kenia aus den Folgen gelernt haben und mit Organisationen wie FairTrade auf umweltbewussten Anbau umstellen, hat sich die tropische Blumenindustrie schon nach Äthiopien verlagert; mit unabsehbaren Folgen für den dortigen Wasserhaushalt.

Kenia-Karte_gross

In jedem Rosenstrauß zum Valentinstag stecken nahezu 120 Liter „virtuelles Wasser“ aus Kenia oder Äthiopien – Regionen mit dramatischer Wasserknappheit und einem täglichen Kampf um Trinkwasser.

Vielleicht besteht ja die Möglichkeit bei dem Ein oder Anderen dieses Jahr auf Rosen zum Valentinstag zu verzichten und somit die Nachfrage nach Rosen zu senken. Ehrliche und emotional gesprochenen Worte an Jemanden in deinem Herzen sind meistens mehr Wert und von größerer Bedeutung als ein Strauss Blumen.

Mehr zum Thema Virtuelles Wasser: https://ben83ian.wordpress.com/category/virtuelles-wasser/

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7 Kommentare zu “HEUTE ist Valentinstag.

  1. Schöner Beitrag, die wenigstens denken darüber nach, wie die Rose in den Blumenladen gekommen ist und wo sie im Winter eigentlich gewachsen ist. (Werde ich via @Tadra_C auf Twitter teilen) Für alle, die den Valentinstag unbedingt begehen wollen, fielen mir da einige kreative Alternativen zur echten Rose ein, z.B. Rosen in Papier, aus Stoff, etc.

  2. Erst einmal Danke für`s „teilen“ auf Twitter. Ja, es gibt eigentlich unendlich viele Möglichkeiten einer Person seine/ihre Gefühle ausdrücken. Dafür braucht man keine Rosen aus Kenia!

  3. Bekannte von mir haben eine Rosenfarm in Kenia besichtigt. Seither kaufen sie nie mehr Rosen. Der Grund dafür ist v.a. der grosse Einsatz von Pestiziden und die Frauen, die sich damit vergiften. Auch die Arbeitsbedingungen sind schlecht. An’s Wasser habe ich bisher nicht gedacht. Danke für den interessanten Beitrag. Ich kaufe sowieso keine Schnittblumen, Topfpflanzen vom Gärtner halten Jahrzehnte, wenn man sie gut pflegt.

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  7. „Nicht nur zum Valentinstag: Rosen sind in Deutschland ein beliebtes Zeichen, um einem anderen Menschen seine Zuneigung zu zeigen. Im Jahr 2012, das aktuellste Jahr zu dem hierzu aktuell beim statistischen Bundesamt Daten verfügbar sind, wurden über 1,2 Milliarden Rosen nach Deutschland importiert, 74,9 Prozent davon kamen aus den Niederlanden in die Bundesrepublik, auf dem zweiten Rank der Exporteure folgt mit großem Abstand und 15,4 Prozent Kenia.

    Das bedeutet jedoch nicht, dass alle der Rosen aus dem westlichen Nachbarland Deutschlands auch wirklich in den Niederlanden gezüchtet wurden. Das Land dient traditionell als Umschlagplatz für Blumen aus aller Welt. Viele der Rosen stammen aus Afrika, die Anbaubedingungen werden mitunter kritisiert. Da die Herkunft von Blumen in Deutschland nicht genau festgehalten werden muss, ist die genaue Zahl der afrikanischen Blumen hier unbekannt.“

    Quelle: Statista

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