Das Wasser. In Israel. In Palästina. Teil 1

Keine 18 Stunden zurück in Hamburg. Nach 10 Tagen Israel/Palästina sind die Eindrücke natürlich noch sehr frisch und komplett in den Gehirnzellen verankert. Fern ab von Kultur, Länder und Menschen hier einmal die ersten etwas ausführlichen Eindrücke zur Thematik „Wasser“ in diesem sehr trockenen und wunderschönen Landstrich.

Im Nahen Osten herrscht große Wasserknappheit. Die Verteilung des Wasser`s ist einer der großen Streitpunkte zwischen Israelis und Palästinensern. Menschenrechtsorganisationen werfen Israel eine Diskriminierung bei der Wasserverteilung vor. Israel betont hingegen, es habe seine in den Friedensabkommen festgelegten Verpflichtungen über die Lieferung des „blauen Gold“ an die Palästinenser sogar übererfüllt.

Nach Informationen der internationalen Umweltschutzorganisation Friends of the Earth haben Palästinenser täglich durchschnittlich 70 Liter Wasser und Israelis 250 Liter Wasser zur Verfügung. Die Organisation betont jedoch, es gehe auch viel Wasser durch Diebstahl und illegales Anzapfen von Wasserleitungen durch palästinensische Landwirte verloren. Dies betreffe vor allem palästinensische Dörfer im Westjordanland. Nach Schätzungen gehen dadurch täglich etwa 30 Liter Wasser pro Kopf verloren – so dass Palästinenser eigentlich 100 Liter Wasser zur Verfügung hätten.

Warum haben Israelis immer noch mehr Wasser zur Verfügung?

Israel kann im Kernland ungehindert seine eigene Wasserwirtschaft betreiben, im Westjordanland regelt jedoch ein gemeinsames Komitee beider Seiten die Verteilung. Die Palästinenser haben damit keine freie Hand und können zum Beispiel nicht einfach neue Brunnen bohren. Es gibt auch Dörfer im südlichen Westjordanland, die nur an zwei Tagen in der Woche fließendes Wasser bekommen. Außerdem gibt es abgelegene Wohngebiete, die gar nicht an das Netz angeschlossen sind.

Welche anderen Gründe gibt es für die Ungleichheit?

Israel verfügt als hochmoderner Staat über eine effiziente Wasserwirtschaft. Es hat unter anderem durch sehr fortschrittliche Entsalzungsanlagen mehr Wasser zur Verfügung. In den Palästinensergebieten dagegen ist der technische Standard sehr viel niedriger. Zum Teil wird Wasser per Tankwagen angeliefert.

(Vgl. hierzu auch rp-online.de)

Im ersten Teil „Das Wasser. In Israel. In Palästina.“ hier im Blog zum Start viel Foto`s und ein paar kurze Info`s.

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(Im roten Rechteck habe ich mich aufgehalten. Dementsprechend habe bei weiten nicht das komplette Land gesehen.)

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(Im Flugzeug. Auch ne Möglichkeit abgefülltes Trinkwasser zu verpacken. In Israel kann man überings fast überall das Leitungswasser bedenkenlos trinken.)

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(Tel Aviv, Busbahnhof während eines kleinen, trockenen Sandsturmes)

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(Tel Aviv liegt, wer es noch nicht wusste, direkt am süd-östlichen Mittelmeer. Immer wieder gibt es hier die Möglichkeit sich kostenlos mit Trinkwasser zu versorgen.)

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(Auf dem Weg von Tel Aviv über Jerusalem zum „Toten Meer“. Die ersten Ausläufer der Würste und  am Horizont erkennt man die Wüste und Jordanien.)

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(Wüste bei „Ein Gedi“ direkt am Toten Meer und eine künstlich bewässerte Palmen-Platage.)

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(Salz. Salz. Salz und deshalb Lebensfeindlich. Das „Tote Meer“, 450 Meter unter dem Meeresspiegel.)

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(Natur-Reservat Ein Gedi, eine natürliche Oase mit relativ viel „grün“.)

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(Blaues Gold. Wasserfall im Ein Gedi Natur-Reservat. 100% trinkbares Wasser. Dieser Park liegt eigentlich im palästinensischen Autonomiegebiet direkt an der Grenz zu Israel, wird aber komplett & ausschließlich von Israel kontrolliert.)

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(Eines von hunderten ausgetrockneten Flussbetten.)

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(Die Negev-Wüste)

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(Südliches Totes Meer. Im Sommer sind Temperaturen von über 40Grad keine Seltenheit. Lebensfeindliche Welt.)

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(Fern ab von Wasser, Wüste und Konflikt: Eine emotionale Fussballkultur gibt es auch.)

Wasser ist nicht nur bei den Menschen vor Ort eines der zentralen Themen, auch bei uns ist es die letzten Tage durch den Präsidenten des Europäischen Parlaments Martin Schulz durch die Medien gewandert: „Wasser. Israel. Palästina.“ Hier gibt es einen ganz guten Artikel im Spiegel der den Auftritt von Martin Schulz und seine Worte an die israelische Regierung  entspannt zusammenfasst: http://tinyurl.com/qh8lx3y

Wer mehr über das Leben in Israel erfahren möchte, Dem/Der sei dieser Blog von Matthias Middendorf ans Herz gelegt: http://seralom.wordpress.com

Regentonne im Tisch. Regenwasser sammeln.

Die Fernseh-Sendung „Galileo“ auf ProSieben würde wahrscheinlich ne Doppelfolge mit dem Oberthema „Gadget“ draus machen, bei uns reicht uns nur für einen kleinen, feinen Blog-Beitrag. Wir finden die Idee einfach, clever und sehr nützlich.

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Der Engländer Simon Davies hat einen Gartentisch entwickelt, der Regenwasser sammelt. Das Regenwasser fließt durch eine Öffnung in der Mitte des Tisches direkt in den sich darunter befindenden Wassertank. Der Tisch besteht aus gemischten, recycelten Polymeren und die Form der Tischplatte lässt das Wasser direkt in den Tank fließen. Die Oberfläche ist abnehmbar und ein Abflusshahn direkt am Tank macht den Zugang zum Wasser sehr einfach. Ein Designergartentisch zum Wasser sparen.

Quelle: http://www.trendone.com

Weiter im Thema WASSER SPAREN:

https://ben83ian.wordpress.com/2013/09/21/sparzwange-ein-pladoyer-fur-mehr-wasserverbrauch/

New Shit. Innovation.

WASSERSENSOR VERSORGT SICH MIT ENERGIE

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Der Wassersensor von Driblet will den Wasserverbrauch in der Dusche messen und sich dabei selbst mit Energie versorgen. Diese Selbstversorgung ist möglich, weil das durch das Gerät fließende Wasser als Energiequelle genutzt wird. Die von Driblet gemessenen Ergebnisse werden dann an die Cloud gesendet, wo sie der Nutzer überprüfen und so möglichen Optimierungsbedarf erkennen kann. Neben der Menge des Wassers kann auch die Temperatur gemessen werden. Aktuell sucht das Projekt via Crowdfunding nach Investoren. Als späterer Marktpreis sind 109 US-Dollar geplant.

More: Driblet, USA: http://signup.driblet.io

TEXTILFÄRBUNG OHNE WASSER UND CHEMIKALIEN

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Das Unternehmen Nike hat ein neues Verfahren zum Färben von Textilien vorgestellt, das ohne Wasser und umweltschädliche Chemikalien auskommt. Rollen von einzufärbendem Stoff werden in Hochdruckbehältern mit überkritischem Kohlenstoffdioxid durchgespült, das die Farbpartikel in die Stofffasern bringt. Das CO2 wird dabei von einem Aufbereitungsmodul verdampft, von der Farbe getrennt und zu 95 Prozent wiederverwendet. Das neue Verfahren spart im Vergleich zur bisherigen Methode 63 Prozent Energie und 75 Prozent Färbemittel, ist 40 Prozent schneller und benötigt kein Wasser und keine chemische Nachbehandlung.

More: http://nikeinc.com

Noch was spannendes von der Firma Nike: https://ben83ian.wordpress.com/2013/09/05/making/

By the way: Uns ist schon sehr bewusst, das die Produktionsbedingungen  der Firma Nike mehr als nur fragwürdig sind. Wir finden nur die aktuellen Entwicklungen im Bereich „Wasser“ spannend und „berichtenswert“.