Trinkwassermangel in Europa und anderswo.

Ein Fussballspiel dauert 90 Minuten. Heidi Klum ist angeblich wieder mit Seal durcheinander. Putin ist böse, Obama ein bisschen. Die Erde ist eine Kugel. Die nördliche Erdhalbkugel ist reich, die Südliche arm. Wasserknappheit gibt es in Afrika. In Südostasien. Manchmal in Australien. Wahrheiten und Klischees alle bedient…Oder vielleicht doch nicht?! Eine Studie der Vereinten Nationen warnt vor weltweitem Trinkwassermangel. 2070 könnte das Wasser sogar in Mitteleuropa knapp werden.

Bildschirmfoto 2014-03-11 um 16.44.28

Wasserknappheit ist in Deutschland noch ein sehr entferntes Thema, da es uns nicht direkt betrifft. Wir erfahren etwas zu dem Thema aus der Zeitung, dem Radio oder auch aus der Glotze, aber es ist noch nicht vor unserer unmittelbaren Haustür. Es ist ganz weit weg. Irgendwo in Afrika oder Südostasien. Doch bei der Ressource Wasser handelt es sich um ein globales Thema und Alles hängt irgendwie miteinander zusammen.

Natürlich ist es elementar wichtig den Menschen in den Ländern des globalen Südens den Zugang zu sauberen Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung zu ermöglichen.

„Die Welt kann aber noch keinen Sieg feiern, solange elf Prozent der Menschheit – 783 Millionen Menschen – keinen Zugang zu einer sauberen Quelle haben“, sagte Unicef-Direktor Anthony Lake . Jeden Tag stürben mehr als 3.000 Kinder an Durchfallerkrankungen. „Um diese Kinder zu retten, bedarf es noch eines langen Wegs“, sagte er. Mittlerweile haben 89 Prozent der Weltbevölkerung haben demnach täglich sauberes Wasser. Das ist ein Prozentpunkt mehr als das für 2015 formulierte sogenannte Millenniumsziel vorsah. Laut UN  haben heute im Vergleich zu 1990 zwei Milliarden Menschen mehr Zugang zu sauberem Wasser.

Bildschirmfoto 2014-02-28 um 12.01.35

Der Klimawandel und der Bevölkerungszuwachs gefährden einer UN-Studie zufolge langfristig die weltweite Wasserversorgung. „Bis 2070 wird die Wasserknappheit auch in Süd- und Mitteleuropa deutlich zu spüren sein“, heißt es im Weltwasserbericht der Unesco.

Die Nachfrage steige vor allem durch den wachsenden Bedarf an Nahrung, Energie und sanitärer Versorgung. Am schnellsten werde die Wasserknappheit in Südasien und im Süden Afrikas spürbar sein. Bis 2030 hätte sie dort vor allem Auswirkungen auf die Nahrungsproduktion, warnen die UN-Experten. Bereits im Jahr 2040 könnten in Asien und im subsaharischen Afrika mehr als 40 Prozent der Länder unter ernsthafter Trinkwasserknappheit leiden, wenn sie es bereits jetzt noch nicht tun. Bevölkerungsentwicklung, Lebensstil und Wirtschaft seien die wichtigsten Möglichkeiten, den wachsenden Wasserbedarf zu steuern.

Das zunehmende Anzapfen von Grundwasser wird problematisch

Zugenommen hat auch die Bedeutung des Grundwassers: Es bildet heute fast die Hälfte des weltweiten Trinkwassers. Im 20. Jahrhundert habe es eine regelrechte „stille Revolution“ gegeben beim zunehmenden Anzapfen dieser Ressourcen, schreiben die Autoren des Berichts. Sie fordern daher dringend eine genauere Erfassung der Reserven – und deren nachhaltigen Nutzung. „Weil Wasser preiswert und weit verbreitet ist, wird sein Gebrauch oft nicht direkt gemessen, sondern eher geschätzt.“ Zudem werde zu wenig Wasser aufbereitet. Auch geänderte Lebensgewohnheiten beim Konsum in Asien – etwa der Umstieg vom Fahrrad aufs Auto – habe Einfluss auf den Wasserverbrauch: „In den Schwellenländern könnte der Wasserbedarf um 50 Prozent über die Werte aus dem Jahre 2011 steigen.

Bildschirmfoto 2014-03-11 um 16.44.03

“ In Asien, aber auch in Teilen Afrikas, könnten mehr als 40 Prozent der Länder im Jahr 2040 unter ernsthafter Trinkwasser-Knappheit leiden. (Quelle: http://www.zeit.de)

Tiefergehender Bericht mit dem Fokus der Wasserknappheit und was man aus wissenschaftlicher Sicht dagegen unternehmen könnte gibt es hier:

http://www.bbc.com/news/magazine-17600062

(alle fotos im bericht copyright s.bensmann) 

Advertisements

Ein Kommentar zu “Trinkwassermangel in Europa und anderswo.

  1. Oberflächenwasser wird mehrfach genutzt. Auch wenn es sich nicht appetitlich anhört, aber Dank der hiesigen rechtlich gesetzten Qualitätsanforderungen und der verwendeten Aufbereitungstechnologie kann man es sagen. Oberflächenwasser, also aus Flüssen wie dem Rhein oder der Ruhr wird im Zuge des Flusslaufes mehrfach als Rohwasser entnommen, zu Trinkwasser aufbereitet, genutzt, als Schmutzwasser abgeführt, gereinigt, letztendlich auch wieder in den Fluss geführt und schon beginnt die Nutzungskette von vorn. Damit wird auch deutlich, wie wichtig vorsorgender Gewässerschutz ist. Dazu gehört auch, in das Abwasser keine Medikamente oder andere Schadstoffe einzuleiten. Sie machen auf Dauer die Trinkwasseraufbereitung nicht nur teuer, sondern lastet die Kosten auch den Falschen an.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.