Weltwassertag.

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Jeder Tag ist Weltwassertag. Wasser ist ein Menschenrecht für das man jeden Tag kämpfen muss.

Vergiftetes Trinkwasser in Deutschland: was industrielle Landwirtschaft auch bedeutet

von Sven Bensmann.

Dass man mit Ausnahmeregelungen aus dem Zweiten Weltkrieg zwar Aktionäre, aber nicht Flussbewohner glücklich machen kann, ist vielleicht noch nicht beim Düngemittelhersteller Kali+Salz (K+S) angekommen, der auf Basis einer Notverordnung von 1942 (als kriegswichtige Industrie) bis heute die Werra vergiftet – selbst die EU hat das allerdings inzwischen eingesehen und ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet, dass hierfür nun Vertragsstrafen bezahlen muss (naja, eigtl sind wir alle das. die dafür zahlen müssen) – dass man diese Zustände nicht ändert, sagt jedoch viel über den wahren Stellenwert des Gewässerschutzes in Deutschland.

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Allerdings soll es hier nicht um die Irrungen und Wirrungen des Kapitalismus oder Deutschlands Nostalgie bzgl. Nazigesetzgebungen gehen – um K+S geht es, mittelbar, jedoch durchaus.

Deutschland rühmt sich, seine von der DDR-Industrie vergifteten Flüsse langsam wieder gereinigt zu bekommen (von offensichtlichen Ausnahmen wie der Werra abgesehen, wo sich aufgrund der Übersalzung übrigens bereits Meeresfauna angesiedelt hat, während über 90% der heimischen Fauna ausstarb), gleichzeitig wird in Deutschland aber mehr Fleisch in „Farmen“ produziert, als je zuvor. In Farmen, die kaum den Namen verdienen, weil hier nicht Tiere gezüchtet und gemästet werden, sondern Fleisch in widernatürlicher Art und Weise industriell produziert wird

Doch auch Tiere die sich nicht bewegen dürfen, keine Sonne sehen, sich vor lauter Stumpfsinn gegenseitig die Glieder abkauen, müssen essen; müssen essen, um zu wachsen. Um verkaufsfähig zu werden. Um den Profit zu maximieren, dürfen sie dann auch nur dies: Schlachtvieh trinkt nicht. Niemals. Jedenfalls nicht im eigentlichen Sinne. Weil alle Flüssigkeit selbst wiederum mit Kraftfutter vermengt ist, um so das Wachstum zu maximieren.

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Und wer isst, wer verdaut, der muss auch die Abfallstoffe dieses Verdauungsprozesses loswerden.

Unmengen an gequirlter Scheiße, vulgo „Gülle“, müssen also Tag für Tag entsorgt werden. Und das geht praktisch nur auf Äckern, wo die schieren Massen längst nicht mehr düngen, sondern vielmehr vergiften. Überdüngung findet auf praktisch jedem Acker in Deutschland statt. Und die Schadstoffe werden über den Regen und das Grundwasser verbreitet – im Grundwasser, in Bächen, Flüssen, Seen, dem Meer.

In Deutschland kennt man zwar das Problem durchaus – doch wie schon bei Nuklearabfällen, SUV in Innenstädten und Reality-TV steht nun die Frage im Raum: Wohin mit der Scheiße?

PS: Die Niederländer haben sich diese Fragen übrigens auch gestellt. Und sind auf eine bestechend einfache Lösung gekommen: Grenzwerte, um der Überdüngung Herr zu werden – und den Export der Restbestände nach Deutschland. Hier interessiert es ja niemanden.

PPS: Jaja, dasselbe haben sie mit Dutzenden abgehalfteter Moderatoren und Komiker mit Aufmerksamkeitsdefizit gemacht. Haha. Sehr witzig!

Ein bisschen mehr Ernst bitte: spart euch eure gequirlte Scheiße für den Wetterbericht. Der hat’s verdient.

Trinkwassermangel in Europa und anderswo.

Ein Fussballspiel dauert 90 Minuten. Heidi Klum ist angeblich wieder mit Seal durcheinander. Putin ist böse, Obama ein bisschen. Die Erde ist eine Kugel. Die nördliche Erdhalbkugel ist reich, die Südliche arm. Wasserknappheit gibt es in Afrika. In Südostasien. Manchmal in Australien. Wahrheiten und Klischees alle bedient…Oder vielleicht doch nicht?! Eine Studie der Vereinten Nationen warnt vor weltweitem Trinkwassermangel. 2070 könnte das Wasser sogar in Mitteleuropa knapp werden.

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Wasserknappheit ist in Deutschland noch ein sehr entferntes Thema, da es uns nicht direkt betrifft. Wir erfahren etwas zu dem Thema aus der Zeitung, dem Radio oder auch aus der Glotze, aber es ist noch nicht vor unserer unmittelbaren Haustür. Es ist ganz weit weg. Irgendwo in Afrika oder Südostasien. Doch bei der Ressource Wasser handelt es sich um ein globales Thema und Alles hängt irgendwie miteinander zusammen.

Natürlich ist es elementar wichtig den Menschen in den Ländern des globalen Südens den Zugang zu sauberen Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung zu ermöglichen.

„Die Welt kann aber noch keinen Sieg feiern, solange elf Prozent der Menschheit – 783 Millionen Menschen – keinen Zugang zu einer sauberen Quelle haben“, sagte Unicef-Direktor Anthony Lake . Jeden Tag stürben mehr als 3.000 Kinder an Durchfallerkrankungen. „Um diese Kinder zu retten, bedarf es noch eines langen Wegs“, sagte er. Mittlerweile haben 89 Prozent der Weltbevölkerung haben demnach täglich sauberes Wasser. Das ist ein Prozentpunkt mehr als das für 2015 formulierte sogenannte Millenniumsziel vorsah. Laut UN  haben heute im Vergleich zu 1990 zwei Milliarden Menschen mehr Zugang zu sauberem Wasser.

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Der Klimawandel und der Bevölkerungszuwachs gefährden einer UN-Studie zufolge langfristig die weltweite Wasserversorgung. „Bis 2070 wird die Wasserknappheit auch in Süd- und Mitteleuropa deutlich zu spüren sein“, heißt es im Weltwasserbericht der Unesco.

Die Nachfrage steige vor allem durch den wachsenden Bedarf an Nahrung, Energie und sanitärer Versorgung. Am schnellsten werde die Wasserknappheit in Südasien und im Süden Afrikas spürbar sein. Bis 2030 hätte sie dort vor allem Auswirkungen auf die Nahrungsproduktion, warnen die UN-Experten. Bereits im Jahr 2040 könnten in Asien und im subsaharischen Afrika mehr als 40 Prozent der Länder unter ernsthafter Trinkwasserknappheit leiden, wenn sie es bereits jetzt noch nicht tun. Bevölkerungsentwicklung, Lebensstil und Wirtschaft seien die wichtigsten Möglichkeiten, den wachsenden Wasserbedarf zu steuern.

Das zunehmende Anzapfen von Grundwasser wird problematisch

Zugenommen hat auch die Bedeutung des Grundwassers: Es bildet heute fast die Hälfte des weltweiten Trinkwassers. Im 20. Jahrhundert habe es eine regelrechte „stille Revolution“ gegeben beim zunehmenden Anzapfen dieser Ressourcen, schreiben die Autoren des Berichts. Sie fordern daher dringend eine genauere Erfassung der Reserven – und deren nachhaltigen Nutzung. „Weil Wasser preiswert und weit verbreitet ist, wird sein Gebrauch oft nicht direkt gemessen, sondern eher geschätzt.“ Zudem werde zu wenig Wasser aufbereitet. Auch geänderte Lebensgewohnheiten beim Konsum in Asien – etwa der Umstieg vom Fahrrad aufs Auto – habe Einfluss auf den Wasserverbrauch: „In den Schwellenländern könnte der Wasserbedarf um 50 Prozent über die Werte aus dem Jahre 2011 steigen.

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“ In Asien, aber auch in Teilen Afrikas, könnten mehr als 40 Prozent der Länder im Jahr 2040 unter ernsthafter Trinkwasser-Knappheit leiden. (Quelle: http://www.zeit.de)

Tiefergehender Bericht mit dem Fokus der Wasserknappheit und was man aus wissenschaftlicher Sicht dagegen unternehmen könnte gibt es hier:

http://www.bbc.com/news/magazine-17600062

(alle fotos im bericht copyright s.bensmann)