Vergiftetes Trinkwasser in Deutschland: was industrielle Landwirtschaft auch bedeutet

von Sven Bensmann.

Dass man mit Ausnahmeregelungen aus dem Zweiten Weltkrieg zwar Aktionäre, aber nicht Flussbewohner glücklich machen kann, ist vielleicht noch nicht beim Düngemittelhersteller Kali+Salz (K+S) angekommen, der auf Basis einer Notverordnung von 1942 (als kriegswichtige Industrie) bis heute die Werra vergiftet – selbst die EU hat das allerdings inzwischen eingesehen und ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet, dass hierfür nun Vertragsstrafen bezahlen muss (naja, eigtl sind wir alle das. die dafür zahlen müssen) – dass man diese Zustände nicht ändert, sagt jedoch viel über den wahren Stellenwert des Gewässerschutzes in Deutschland.

Bildschirmfoto 2014-03-13 um 16.58.00

Allerdings soll es hier nicht um die Irrungen und Wirrungen des Kapitalismus oder Deutschlands Nostalgie bzgl. Nazigesetzgebungen gehen – um K+S geht es, mittelbar, jedoch durchaus.

Deutschland rühmt sich, seine von der DDR-Industrie vergifteten Flüsse langsam wieder gereinigt zu bekommen (von offensichtlichen Ausnahmen wie der Werra abgesehen, wo sich aufgrund der Übersalzung übrigens bereits Meeresfauna angesiedelt hat, während über 90% der heimischen Fauna ausstarb), gleichzeitig wird in Deutschland aber mehr Fleisch in „Farmen“ produziert, als je zuvor. In Farmen, die kaum den Namen verdienen, weil hier nicht Tiere gezüchtet und gemästet werden, sondern Fleisch in widernatürlicher Art und Weise industriell produziert wird

Doch auch Tiere die sich nicht bewegen dürfen, keine Sonne sehen, sich vor lauter Stumpfsinn gegenseitig die Glieder abkauen, müssen essen; müssen essen, um zu wachsen. Um verkaufsfähig zu werden. Um den Profit zu maximieren, dürfen sie dann auch nur dies: Schlachtvieh trinkt nicht. Niemals. Jedenfalls nicht im eigentlichen Sinne. Weil alle Flüssigkeit selbst wiederum mit Kraftfutter vermengt ist, um so das Wachstum zu maximieren.

Bildschirmfoto 2014-02-28 um 12.01.48

Und wer isst, wer verdaut, der muss auch die Abfallstoffe dieses Verdauungsprozesses loswerden.

Unmengen an gequirlter Scheiße, vulgo „Gülle“, müssen also Tag für Tag entsorgt werden. Und das geht praktisch nur auf Äckern, wo die schieren Massen längst nicht mehr düngen, sondern vielmehr vergiften. Überdüngung findet auf praktisch jedem Acker in Deutschland statt. Und die Schadstoffe werden über den Regen und das Grundwasser verbreitet – im Grundwasser, in Bächen, Flüssen, Seen, dem Meer.

In Deutschland kennt man zwar das Problem durchaus – doch wie schon bei Nuklearabfällen, SUV in Innenstädten und Reality-TV steht nun die Frage im Raum: Wohin mit der Scheiße?

PS: Die Niederländer haben sich diese Fragen übrigens auch gestellt. Und sind auf eine bestechend einfache Lösung gekommen: Grenzwerte, um der Überdüngung Herr zu werden – und den Export der Restbestände nach Deutschland. Hier interessiert es ja niemanden.

PPS: Jaja, dasselbe haben sie mit Dutzenden abgehalfteter Moderatoren und Komiker mit Aufmerksamkeitsdefizit gemacht. Haha. Sehr witzig!

Ein bisschen mehr Ernst bitte: spart euch eure gequirlte Scheiße für den Wetterbericht. Der hat’s verdient.

Pro und Contra: right2water, nestle, wdr, facebook, die zeit…eine Zusammenfassung.

2.0web2.0

Letzter Beitrag der ARD zu der Thematik: „Wasserprivatisierung Marsch! Wie EU und Bundesregierung Politik für Großkonzerne betreiben“ in der ARD, Monitor. 

http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2013/0314/wasser.php5

Pro/Contra – Chancen & Kritik

Eines erst einmal vorne weg: Es geht bei rigtht2water.eu (Bürgerinitiative/ Kampagne) darum, bis Ende September mindestens  1.000.000 Stimmen aus mindestens 7 EU-Mitgliedsstaaten zu sammeln, um so das Vorhaben der Privatisierung von Wasser zu stoppen bzw. dessen Neuverhandlung zu erzwingen. 

Momentan gibt es, verstärkt auf verschiedenen Social-Media-Plattform wie z.B. facebook.com, einen großen Zuspruch für die Kampagne www.right2water.eu/de. Einen solchen „Hype“ ums Thema Wasser hat es so massentauglich im berühmten Web2.0 wohl noch nicht gegeben. Im Kern dieser Kampagne geht es darum, dass die Europäische Union gern das „Wasser privatisieren möchte“ – und die Kampagne „right2water.eu/de“  hat sich zum Ziel gesetzt, eben genau dies zu verhindern.

Wichtig zu erwähnen ist wohl, dass es hier darum geht, dafür zu werben, die Petition von right2water.eu zu unterzeichnen. Die EU wird die Thematik schließlich nicht auf Ihre Agenda setzen, nur weil ganz viele Personen an einem Facebook-Event teilnehmen – so viel Macht hat Facebook dann doch noch nicht. Hier also der Link zur Unterschrift: https://signature.right2water.eu/oct-web-public/signup.do

Worum geht es bei right2water eigentlich?

Zugang zu Wasser und sanitäre Grundversorgung sind Menschenrechte – Wasser ist ein öffentliches Gut, keine Handelsware (Handelsware = Wasserprivatisierung).

„Alle Menschen brauchen sauberes Trinkwasser und eine qualitativ hochwertige sanitäre Grundversorgung. Wir fordern die Europäische Union auf, diese Menschenrechte durch die Förderung einer Wasser- und Abwasserwirtschaft als existenzsichernde öffentliche Dienstleistung für alle sicherzustellen und in die Tat umzusetzen.“

Dieser Film erklärt das  „…und worum geht’s?!“ ziemlich gut:

http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2012/1213/wasser.php5

Der erste „Gegenwind“ für die Kampagne right2water.eu:

Ein Artikel vom 21.02. aus der Zeit von Claas Tatje zur Petition von right2water.eu ist mehr als nur lesenswert und setzt sich kritisch mit der Kampagne auseinander. „Brüssel will unsere Stadtwerke privatisieren? So skrupellos ist die EU-Kommission dann doch nicht. Die Geschichte einer Kampagne„:

http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-02/wasser-stadtwerke-privatisierung-eu-kommission

Wer sich schon einmal gefragt hat, wie die Firma Nestle…

… zum Thema „Wasser-Privatisierung“ steht und ob Wasser ein öffentliches Gut sein sollte, der kann sich beim folgenden Link mal genauer informieren, was Nestle-Konzernchef Peter Brabeck davon hält:

http://www.youtube.com/watch?v=q6v4aPDp0SA&feature=player_embedded

Ein Bericht zu dem Thema „EU / Wasserprivatisierung“ der ARD:

Wer sich weiter mit diesem Thema beschäftigen möchte…

…der/die/das kann sich ganz bequem mit diesen Links befassen. Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille, aber eine öffentliche Diskussion über diese Thematik kann & sollte ja nicht schaden, sie tut auch nicht weh:

http://www.iwmi.cgiar.org

Das International Water Management Institute ist ein Forschungszentrum zu Integriertem Wassermanagement, mit dem Schwerpunkt Wasser und Ernährung für Schwellen- und Entwicklungsländer.

http://www.psiru.org

Die Public Services International Resarch Unit (PSIRU): Forschung für die Internationale Dienstleistungsgewerkschaft, viele Infos über die Folgen von Liberalisierungen.

http://www.lboro.ac.uk/wedc

Das Water, Engineering and Development Centre (WEDC) befasst sich mit Bildung, Ausbildung, Forschung und Konsultationen im Infrastruktursektor in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen.

http://www.waterobservatory.org

Das Water Observatory ist ein Forschungszentrum mit vielen Informationen und Links vor allem zu den Folgen der Wasserprivatisierung in der NAFTA.

http://www.cedex.es/ingles/hidrograficos/presentacion.html

Eine neue Datenbank für Nord- und Südamerika (33 Länder); ein Hydrographisches Forschungsinstitut mit Informationen zur Wasserqualität und Wasserressourcen.

http://water.wri.org

Das World Resource Institute hat einige Veröffentlichungen zum Thema Wasser mit klarem umweltpolitischem Bezug.

Und zum Abschluss des Artikels noch ein “sinnfreies” Bildchen um das Ganze hier graphisch ein bisschen aufzupeppen:

dowwindow

Wasserprivatisierung, EU, right2water…eine Thematik erreicht die Mitte der Gesellschaft

Bildschirmfoto 2013-01-30 um 11.06.12

Pro/Contra – Chancen & Kritik

Es reißt nicht ab. Die EU, right2water.eu, Erwin Pelzig aus der Anstalt und die Firma Nestlé haben es gemeinsam mit facebook.com geschafft: Wasser bzw. Wasserprivatisierung ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Es wird über das Thema im Web2.0 gepostet, was das Zeug hält, bei google recherchiert und mit dem Nachbarn im Treppenhaus darüber gesprochen. Wichtig zur Kampagne right2water.eu: Bis Ende September geht es nun darum 1.000.000 Stimmen aus mindestens 7 EU-Mitgliedsstaaten via right2water.eu zu sammeln um dieses Vorhaben zu stoppen bzw. neu zu verhandeln. Der Link zur Unterschrift: https://signature.right2water.eu/oct-web-public/signup.do

Zum Thema „Wasserprivatisierung“:

Folgenden Artikel/Text von Uwe Hoering können wir deshalb sehr empfehlen, denn er erklärt: Warum Firmen nach einer privaten Wasserversorgung streben, negative Beispiele der Wasserprivatisierung, die deutsche Wasserversorgung, und, und, und…der Artikel ist relativ einfach und schnell zu lesen (max. 10 Minuten) und Sie erhalten Informationen, mit denen Sie bei Ihrem nächsten Stammtisch punkten können :

Titel: „Wasserprivatisierung: Globale Versorgungskonzerne greifen nach dem Wasser“

http://www.ag-friedensforschung.de/themen/Globalisierung/wasser.html

Der erste „Gegenwind“ für die Kampagne right2water.eu:

Ein Artikel vom 21.02. aus „Die Zeit“ von Claas Tatje zu der aktuellen Petition von right2water.eu ist mehr als nur lesenswert und setzt sich kritisch mit der Kampagne auseinander. „Brüssel will unsere Stadtwerke privatisieren? So skrupellos ist die EU-Kommission dann doch nicht. Die Geschichte einer Kampagne“:

http://www.zeit.de/wirtschaft/2013-02/wasser-stadtwerke-privatisierung-eu-kommission

Wer sich weiter mit diesem Thema beschäftigen möchte…

…der/die/das kann sich ganz bequem mit diesen Links beschäftigten. Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille, aber eine öffentliche Diskussion über diese Thematik kann & sollte ja nicht schaden und tut auch nicht weh:

http://www.iwmi.cgiar.org

International Water Management Institute ist ein Forschungszentrum zu integriertem Wassermanagement, mit dem Schwerpunkt Wasser und Ernährung für Schwellen- und Entwicklungsländer.

http://www.psiru.org

Public Services International Resarch Unit (PSIRU). Forschung für die Internationale Dienstleistungsgewerkschaft, viele Infos über die Folgen von Liberalisierungen.

http://www.lboro.ac.uk/wedc

Water, Engineering and Development Centre (WEDC) befasst sich mit Bildung, Ausbildung, Forschung und Konsultationen im Infrastruktursektor in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen.

http://www.waterobservatory.org

Waterobservatory ist ein Forschungszentrum mit vielen Informationen und Links vor allem zu den Folgen der Wasserprivatisierung in der NAFTA.

http://www.cedex.es/ingles/hidrograficos/presentacion.html

Eine neue Datenbank für Nord- und Südamerika (33 Länder); ein hydrographisches Forschungsinstitut mit Informationen zur Wasserqualität und Wasserressourcen.

http://water.wri.org

Das World Ressource Institute hat einige Veröffentlichungen zum Thema Wasser mit klarem umweltpolitischem Bezug.

2.0web2.0